Meine Mixed Media Technik (inkl. Video Seminar)

was ist mixed media?

Wie der Titel bereits verrät, geht es hier um Mixed Media. Doch was genau ist das eigentlich?

Wenn du aus dem Bereich Illustration und Malerei kommst, ist dir das vielleicht schon mal zu Ohren gekommen. Und trotzdem – ich habe gezögert den Begriff „Mixed Media“ zu verwenden, da er Missverständnisse mit sich bringt.

Hier also eine kleine Aufklärung:
Mixed Media hat nichts mit Multimedia oder Social Media oder irgendetwas mit virtuellen, digitalen, elektronischen oder Internet basierten Machenschaften zu tun.
Es bedeutet ganz einfach, dass in der Kunst, rein analog, unterschiedliche Materialien zur Anfertigung eines Werkes genutzt werden. Traditionell (falls es einen traditionellen Weg gibt) wird zum Beispiel ein Bild mit Stoffresten, Papier und Ölfarbe bearbeitet oder man benutzt Sprühfarbe und Acrylfarbe zusammen in einem Bild.
Mixed Media ist auch nicht zu verwechseln mit einer Collage oder Assemblage.

Soviel also zur Definition.

Ich schreibe das hier aber nicht um dir etwas zu erklären was du bei Interesse auch einfach ergoogeln könntest. Ich schreibe das um zu erklären warum ich den Begriff Mixed Media nutze ohne auch nur irgendwas zu kleben, mit Öl zu verschmieren oder zu schnippeln.
Vielleicht nutze ich den Begriff falsch und ganz sicher nutze ich ihn auch ein Stück aus Faulheit. Dabei ist es so simpel.

Ich zeichne nicht nur mit Aquarell oder Gouache oder Buntstiften oder Markern. Ich benutze alles zusammen und auf einmal. Und um in Bildbeschreibungen nicht immer alles aufzählen zu müssen und einen „60-Zeichen-Monolog“ mit Produkten aufzuführen, nutze ich den Begriff Mixed Media.

Die Reihenfolge ist der Schlüssel zum Erfolg

Variante 1:

Um bestimmte Effekte zu erzielen muss ich häufig eine bestimmte Reihenfolge einhalten um das Papier, die Zeichnung oder die anderen „Medien“ nicht zu beschädigen.
Wenn ich Kristalle zeichne (meist halb transparente, glänzende Oberflächen), beginne ich mit Aquarell, da das nicht komplett deckend ist und teile des Papiers mit „durchschimmern“. Anschließend arbeite ich immer punktuell mit Buntstift nach. Der Grund warum ich die Buntstifte nach der Wasserfarbe benutze ist die Zusammensetzung der Stifte. Ich benutze die Polychromos von Faber Castell und habe die Erfahrung gemacht, dass die Aquarellfarbe einfach homogener aussieht wenn sie nicht auf der Buntstift Schicht liegt. Das liegt vor allem am Bindemittel der Farbpigmente in den Stiften. Meinen Recherchen zufolge (u.a direkt bei Faber Castell) sind die Pigmente mit Wachsen gebunden. Andere Quellen behaupten sie sind Öl basiert. Fakt ist: Die Buntstift Schicht sieht besser aus wenn sie nach der getrockneten Aquarellfarbe aufgetragen wird. Um die Buntstifte zu verblenden oder leichte Farbschlieren zu erzeugen, nutze ich meistens Alkohol Marker (zb. in Pastelltönen). Wenn man Wachs-basierte Buntstifte benutzt und dann mit einem Alkohol Marker drüber geht kann es aber nach einer gewissen Zeit passieren, dass die Spitzen der Marker eine Art „wächsernde Schicht“ bekommen. Manche mag das stören, mich nicht. Schließlich ist es ein Verschleißmaterial und kein Wertgegenstand. Die Spitzen der meisten Marker lassen sich außerdem austauschen.

Aber es gibt noch eine weitere Variante…

Kristalle mit Aquarell als Basis

 

Variante 2:

Häufig benutze ich auch in den ersten drei- oder vier Schichten nur Gouache und gehe dann mit Buntstift punktuell drüber. Dieses Verfahren nehme ich wenn die Objekte, Lebensmittel, Naturalien etc. die es zu illustrieren gilt, opak sind. Gouache ist, anders als Aquarell, sehr deckend und ich arbeite damit gerne von dunkel nach hell.

Aber es gibt eine Sache die ich immer mache, ganz egal wie der Vorgang war. Am Ende kommen immer weiße Details.Ich benutze weiße Tinte, weiße Gelstifte und weiße Buntstifte. Je nach Komplexität und Intensität des gewünschten Weißtons.

Tasse mit Gouache als Basis

Fazit:
Da ich so viele verschiedene Medien benutze, darf ich den Begriff „Mixed Media“ verwenden 😉

Der Seminar

Anfang des Jahres habe ich mit Kalliba einen Video Seminar zum Thema „Traditionelle Zeichentechniken“ gedreht. In dem Seminar zeige ich detailliert und mit vielen Beispielen meine Mixed Media Technik und welche Produkte ich verwende, und wie ich sie verwende (Aquarell, Aquarellmarker, Alkoholmarker, Buntstifte und Tinte).
Trotz der Nervosität die jedes neue Projekt mit sich bringt (vor einer Kamera zu zeichnen und dabei sinnvolles zu reden ist ungewohnt für mich… mein verwahrloster YouTube Kanal zählt nicht 😀 ), habe ich eine dreistündige Session für dich in der du direkt lernen kannst wie ich die Kristalle zeichne. Außerdem bekommst du eine ausführliche Material liste (mit Vorschlägen, keine Verpflichtungen) und eine kleine Freebie-Anleitung zum Ausdrucken.

Hier geht es zum Seminar

Hier geht es zu meinem letzten Artikel

Schreib mir gerne in die Kommentare, ob du auch eine spezielle Technik oder bestimmte Produkte hast, welche du immer verwendest 🙂

vor 11 Monaten

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